Geschichte des Ortes Herrhausen                                       Home

aus Dorfchronik: Herrhausen - ein Dorf im Wandel der Zeit

von Torsten Warnecke

 

 

Eine Beschreibung von Herrhausen zur Zeit des 30-jährigen Krieges:

 

„Heerhausen ist den Herren Herzogen von Braunschweig Lüneburg Wolfenbüttelschen Theils, mit Adelichen Rittermässigen Roßdienstleistung verwant, auch sonst mit andern Adelichen Privilegiis nohttürfftig versehen, liget unterm Harze, ins Südtwesten, in luftiger gegend, eine gute Meil weges von der berühmten Bergstatt Wildeman: hat guten Ackerbau ,Wiesenwachs und ansehentliche Weide von allerhand Viehe. Dieser Ansiz ist von einem Nahmens Henin Honrode zu Herzogen Heinrichen deß Jüngern Regierungszeiten, den dessen Fürstl. Gn. er in vornehmen Diensten gewesen, darin auch ben dero Verfolg: und Vertreibung deß Landes beständig verharret erbauet und Adelich Erbfren besessen, ist aber derselbe zu anfang deß Kriegesunwesens Anno 1626. da der König in Dennemarck und General Tilly eben allhie die erste Batalli gegen einander formiret und das Gefechte scharff angetretten, der König aber in der Nacht biß Lutter an Backenberge sich in höchster Stille zurückgezogen, neben der Kirchen ruiniret, und folgende Jahr ferner ganz zu grunde gerichtet worden.

Nach deme aber selbiges Gut voriges Jahres und zwar in Anno 1625. der Obriste Johann Koch erblich an sich erkaufft, folgendes Fürstl. Privilegiis, und anderen Lehen und Erbstücken verbessert, hat es derselbe in diesen vergangenen Kriegeszeiten, mit grossen Costen in jetzigen zimlichen ansehentlichen Stande gebracht, auch die Kirche auß dem Fundament auff seinen Kosten ganz new und thaurhafft auffgeführet.

Es sind den diesem Sitze unterschiedene zimlich eingerichtete Gärten, darin neben ezlichen Luft- und Küchenstücken, über tausent allerhand Obsbäume verhanden, springet auch darin eine schöne namhaffte Quelle, die Nette, genannt, treibet ohngenfehr ein Büchsenschuß davon einen Mahl- und Oligang, und wird endlich off zwey Meil wegen so groß, daß sie eine Mahmühle mit sechs und mehr Mahlgängen treiben kann. Es ist dieser Ort auch mit allerrhand Fischen, und soderlich Forellen, wol begabet. Sonst will man dafür halten, es hätten vor Alters die Tempelherren diesen und benachbarte Oerter inngehabt, wie dann auch eine grosse menge Schlacken allhie verhanden, darauß abzunehmen, daß ein starckes Schmelz- und Hüttenwerk hier in der nähe getrieben und verhanden gewesen.“

 

Geschichte der Kirche in Engelade