Geschichte des Ortes Engelade                                           Home

Auszüge aus der Dorfchronik: Engelade

von Karl Oberbeck

 

Die politische Gemeinde Engelade, Einwohnerzahlen etc.

Bürgermeister in Engelade

 

 

Die politische Gemeinde Engelade

 

Das erste Verzeichnis, das etwas zur Bevölkerungsdichte aussagt wurde um 1550 angelegt. Darin heißt es: „Engella werhaftiger menner 26, Knechte und Söne 3 tutt 29“.

Gezählt wurden also nur die Männer, Knechte und Söhne, die noch wehrfähig waren. Aus dem Verzeichnis kann man schließen, dass die Einwohnerzahl bei etwa 150 Personen lag. Während des 30jährigen Krieges ging die Einwohnerzahl erheblich zurück (1628 etwa 10 - 20 Personen), stieg dann aber stetig an und erreichte gegen 1700 die Zweihundert-Grenze.

 

Die Verdoppelung der Einwohnerzahl in den Jahren 1946 bis 1951 war eine Folgeerscheinung des Krieges, hervorgerufen durch die Aufnahme von Evakuierten und Ausgebombten aus Köln, Eschweiler, Hannover, Braunschweig und Berlin sowie durch Flüchtlinge aus den Ostgebieten (1948 gab es 957 Einwohner, davon 471 Evakuierte und Flüchtlingen und 486 Einheimische).

Ursprünglich war es nur die Landwirtschaft, die den Dorfbewohnern, den Bauern, Knechten, Mägden, Viehhirten und Tagelöhnern Arbeit und Brot gab. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts tauchte daneben eine weitere Berufsgruppe auf dem Lande auf, die Handwerker.

Dieser Beruf hatte sich zuerst in den Städten gebildet, da er auf dem flachen Lande verboten war. Mit der Bevölkerungszunahme mussten aber auch im Dorfe Handwerker zugelassen werden. Man beschränkte sie aber auf solche Berufe, die in unmittelbarer Beziehung zur Landwirtschaft standen (Schneider, Schuster, Stellmacher, Schmied, Leineweber, Hausschlachter, Zimmerleute, Maler).

Der mit der wachsenden Technisierung und dem steigenden Düngemittelverbrauch im engen Zusammenhang stehende, ständig wachsende Betriebsaufwand und die für einen gesunden Betrieb notwendige Bildung ausreichenden Betriebskapital als Reserve für Zeiten geringer Geldeingänge, stellten viele landwirtschaftliche Betriebe vor die Frage der Rentabilität. Für die Mittel- und Kleinbetriebe wurde diese Frage mit der Stillegung beantwortet. Diese Entwicklung ist aus der nachstehenden Aufstellung ersichtlich.

 

1880

1945

1960

1984

Ackerhöfe

3

3

3

1

Halbspänner

4

4

4

2

Großkothöfe

11

9

8

5

Kleinkothöfe

25

10

3

-

 

Die Landwirtschaft beschäftigte 1825 noch etwa 80 % der Dorfbevölkerung. Mit dem Ausbau der Konserven-, Teig- und Blechwarenindustrie in Seesen sowie der fortschreitenden Technisierung der Landwirtschaft nahm die Beschäftigung von Arbeitern in der Landwirtschaft immer mehr ab. Heute werden die landwirtschaftlichen Betriebe ausschließlich als Familienunternehmen geführt. Im Hinblick auf die übrigen Beschäftigten ist Engelade ein Pendler-Ort geworden.

 

Die Durchführung der zahlreichen Verwaltungsaufgaben oblag seit alter Zeit gewählten Vertretern aus der Gemeinde. Diese Vertreter oder Vorsteher wurden nach der Allgemeinen Landesordnung des Herzogs August von 1647 noch „Bauermeister“ genannt. Ihre Befugnisse waren gering. Sie unterlagen einer strengen Kontrolle des Amtes in Seesen.

Dem Anschein nach gab es in Engelade stets zwei Bauermeister. Von ihnen sind noch folgende bekannt.

1673:

Albrecht Barthauer

1756:

Jost Heinrich Walter und Heinrich Christoph Huwald

1757:

Hans Henning Just und Heinrich Christoph Huwald

1779 + 1780:

Heinrich Christoph Huwald

1802:

Ackermann Andreas Steinhoff und Halbspänner Christian Julius Steinhoff

1804:

Johann Christian Dröge.

 

Seit der Verordnung vom 19.02.1914 trat an die Stelle der Bauermeister eine Ortsvorsteher oder Bürgermeister.  

Bürgermeister

von bis

Landwirt Adolf Bleckwend

bis 1829

Landwirt Heinrich Greune

1829 bis 1841

Landwirt Carl Ulrich

1841 bis 1846

Landwirt Carl Bleckwend

1846 bis ?

Landwirt August Greune

bis 1877

Landwirt Karl Huwald

1877 bis 1906

Landwirt Carl Greune

1906 bis 1912

Landwirt Carl Greune

1912 bis 1915

Fabrikant Theodor Roselieb

1915 bis 1925

Landwirt Willi Haarmann

1925 bis 01.07.1945

Kaufmann August Oberbeck

01.07.1945 bis 30.01.1946

Kaufmann Karl Alms

31.01.1946 bis 27.09.1946

Beamter Heinrich Täschner

28.09.1946 bis 17.12.1948

Beamter Karl Täschner

18.12.1948 bis 31.12.1949

Landwirt Friedrich Meyer

01.01.1950 bis 03.12.1952

Beamter August Alms

04.12.1952 bis 30.11.1954

Kaufmann Karl Alms jun.

01.12.1954

 

1945 wurde nach dem geltenden Besatzungsrecht die sogenannte „Zweigleisigkeit“ in der Gemeindeverwaltung eingeführt. Der ehrenamtliche Bürgermeister ist seitdem Vorsitzender des Gemeinderates, während die Verwaltungsaufgaben von dem Gemeindedirektor erledigt werden.

Durch eine Änderung der Gemeindeordnung ist seit dem 01.07.1963 diese „Zweigleisigkeit“ wenigstens auf der unteren Ebene bei Gemeinden von weniger als 5.000 Einwohnern wieder beseitigt worden. In Engelade waren die Ämter des Bürgermeisters und des Gemeindedirektors bereits seit dem 01.12.1954 in einer Hand vereinigt:

 

 

Bibelzitate (siehe Quiz):
Jesu Kreuzigung und Tod:
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun
(Lukas 23,34)